| Mehr als die Hälfte der neuen Jobs ist befristet |
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| Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 07:16 Uhr |
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Suhl/Erfurt - Nicht nur die Wirtschaft vermeldet derzeit eine Erfolgsmeldung nach der anderen: steigende Umsätze, deutlich mehr Aufträge und die Bereitschaft zu Investitionen. Auch auf den Arbeitsmarkt schlägt sich der rasante Neustart nach der Wirtschaftskrise nieder. So hatten in Südthüringen im vergangenen Jahr zum Beispiel geringqualifizierte Arbeitslose überdurchschnittlich gut Chancen, wieder einen Arbeitsplatz zu finden, wie Wolfgang Gold, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Suhl, berichtet. So ging die Zahl der Arbeitslosen ohne Berufsabschluss im vergangenen Jahr von 3879 auf 2976 zurück. Der Rückgang um mehr als 23 Prozent liege deutlich über dem Landesdurchschnitt von 17,5 Prozent und auch über dem der Landesarbeitsagentur, die auch noch Sachsen-Anhalt umfasst. In beiden Bundesländern gemeinsam betrug das Minus 14,8 Prozent. Qualifikation soll helfen Laut Gold fanden 626 Langzeitarbeitslose ohne Berufsabschluss einen neuen Arbeitsplatz, hinzu kommen 276 Personen, die kürzer als ein Jahr arbeitslos waren. Gold sieht in den Zahlen allerdings noch keinen Grund zum Feiern. "Diese Entwicklung muss fortgeführt werden", sagt er. Helfen soll dabei zum Beispiel die gezielte Qualifikation. Doch die Vermittlungserfolge haben auch Schattenseiten. So entstehen mehr als zwölf Prozent der neuen Arbeitsplätze in Thüringen in der Zeitarbeit, wie Kay Senius, Chef der Regionaldirektion für Arbeit in Halle, kürzlich in Erfurt berichtete. Gesundheitsberufe und die Industrie folgen mit einem Anteil von vier Prozent und 2,5 Prozent an den neu geschaffenen Arbeitsplätzen erst mit deutlichem Abstand. Erfurt bei Leiharbeit vorn Bedenklich ist laut Senius zudem die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der neu geschaffenen Arbeitsplätze zeitlich befristet sei. In Zeiten des Fachkräftemangels und in denen noch immer Fachkräfte aus Thüringen abwandern, seien das keine Bedingungen, um Menschen an den Freistaat zu binden, sagte Senius und forderte die Unternehmen zum Umdenken auf. Er verwies auf das ohnehin sinkende Potenzial an Arbeitnehmern in Thüringen, das schon allein durch den Geburtenknick schrumpfe. Fachkräfte suchten neben einer spannenden Aufgabe und guten Aufstiegschancen eben vor allem die Sicherheit eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses und einer guten Bezahlung. Bei der Zeitarbeit nimmt die Stadt Erfurt nach Angaben der Regionaldirektion eine bundesweite Spitzenposition ein. Nur in Hamburg und München werden - in absoluten Zahlen betrachtet - noch mehr Menschen in Leiharbeit vermittelt. Quelle: Freies Wort - Jolf Schneider |